Hufpflege

Hufpflege nach NHC

Ein gesunder Huf hat barhuf, d.h. ohne Form von künstlichen Hufschutz, auf harten Böden und bei höheren Belastungen keine Schwierigkeiten.
Durch eine am Vorbild der Natur ausgerichtete Hufbearbeitung wird der Abrieb, den ein Pferd normalerweise bei größerer Kilometerleistung hätte, nachgeahmt. Dadurch werden die gegebenen Mechanismen im Huf ideal unterstützt. Jede Form des permanenten Hufschutzes behindert bzw. unterbindet jedoch diese natürlichen Vorgänge.
Daher ist das Ziel einer individuellen und ganzheitlichen Hufpflege, dass das Pferd über jede Bodenbeschaffenheit in allen Gangarten barhuf geht.
Neben der Hufbearbeitung sind die Ernährungs- und Haltungsbedingungen entscheidende Einflussfaktoren auf die Heilung und Gesunderhaltung des Hufes.
Zu dem ist die Hufbearbeitung geeignet für die Heilung von Hufkrankheiten wie Hufrehe, Hufrollensyndrom, Pilzinfektionen im Strahl, White-Line-Disease, Hornsäulen usw.
Oder auch bei Fehlstellungen wie z.B. Bockhufe, Flachhufe, High-Low-Syndrom, untergeschobene Trachten, Hornspalten.

Was ist NHC?

N-H-C bedeutet Natural Hoof Care (Natürliche Huf-Pflege).
Die Grundlage dieser an den Heilungskräften der Natur orientierten Methode der Hufbehandlung wurde in den 80er Jahren vom Hufschmied Jamie Jackson gelegt, welcher NHC in Amerika bekannt machte. Er erforschte und beobachtete die Hufe wild lebender Mustangs in Nordamerika und übertrug die daraus gewonnenen Erkenntnisse auf die Bearbeitung der Hufe domestizierter Hauspferde.
Der ehemalige Hufschmied, jetzige Hufbearbeiter, Pete Ramey griff diese Ansätze auf und entwickelte die Bearbeitungsansätze und Methoden der natürlichen Hufbearbeitung weiter.
Neben der Behandlungsmethode zählt auch das Haltungskonzept des „Paddock Paradise“ oder „Paddock Trails“ zu einem der Grundprinzipien des NHC.
In Deutschland wird NHC durch die am Barhuf-Institut ausgebildeten Hufpfleger ausgeübt, welche im Berufsverband keep it natural e.V. organisiert sind.

Beispielhafte Arbeitsweisen und Prinzipien der Hufbearbeitung

– schonendes, nicht-invasives Kürzen überschüssiger Hornsubstanz
– Förderung eines belastbaren und gut ausgeprägten Sohlengewölbes, sowie Strahls
nach Parametern von seitlichen Strahlfurchentiefen, Strahlspitzentiefen, Strahllänge
– möglich individuelle Angleichung medialem/lateralem Tragrandes
– dem Pferd angepasstes Kürzen von Zehen, Zurücknahme des Abrollpunktes,    Zurücknahme oder wenn machbare Aufrichtung der Trachten
Verhornung der Sohle zum Schutz der inneren Strukturen
– Anbringung der „Mustang Rolle“
-> Leitung des Druckpunktes auf den Tragrand nach innen
– Prävention von Hornrissen und -spalten
– Außerkraftsetzung der Hebelkräfte im Huf durch Wandbegradigung
-> Unterstützung der Selbstheilungskräfte im Huf